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Erftstadt mit all seinen Flächen pestizidfrei zu machen und damit seinen Bürger*innen ein gesünderes Leben zu ermöglichen – mit diesem Anliegen treffen sich seit Herbst letzten Jahres eine ganze Reihe umweltbewusster Menschen. Nun haben sie ein Bündnis gegründet, das konkret an diesem Ziel arbeiten wird. Dem Bündnis für eine pestizidfreie Stadt gehören Mitglieder von NABU und BUND Rhein/Erft an, vom Arbeitskreis Grüner Hahn St. Kilian, von Pax Christi, die Grünen, die SPD, die Freie Wählergemeinschaft, sowie Imker und Landwirte.

Der Einsatz von Glyphosat und die Diskussion und Sorge um seine Einstufung als krebserregenden Wirkstoff sind in der öffentlichen Diskussion allgegenwärtig. Trotz des angekündigten Glyphosat-ausstieges in Deutschland hat die Bundesregierung den Wirkstoff für ein weiteres Jahr zugelassen.

Das Totalherbizid Glyphosat ist das meist verkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt, stellt allerdings nur die Spitze des Eisbergs dar. So werden derzeit in der Landwirtschaft Pestizide mit 270 verschiedenen Wirkstoffen eingesetzt. Pestizide sind chemische Substanzen, die gegen Insekten, Unkraut und Pilze eingesetzt werden. Weltweit kommen sie in der Landwirtschaft seit den 50er Jahren in großem Umfang zum Einsatz. In Deutschland werden jährlich über 32.000 Tonnen Gift ausgebracht.

Auch im privaten Gartenbereich ist die Verwendung von Pestiziden viel zu selbstverständlich geworden. Mit dem sogenannten Round-Up, dem Glyphosat für den privaten Gärtner, wird immer noch unliebsamen Kräutern auf dem Rasen oder störendem Grün in den Fugen der Garaus gemacht – dies häufig in hohen Dosierungen und unkontrolliert. Die Mittel bleiben nicht nur im Boden, sondern gelangen in die Kanalisation und in die Abwasserreinigungssysteme und letztendlich in unsere Nahrung.

Auch wenn der Einsatz hierzulande nach bestimmten Richtlinien erfolgt, sind die Folgen doch umfassend und erschreckend: das Insekten- und Bienensterben ist die allen bekannte und sichtbare Entwicklung. Insgesamt ist der Rückgang der Artenvielfalt besorgniserregend. Zahlreiche Studien zeigen einen Zusammenhang mit gesundheitsschädlichen Auswirkungen auf; denn nicht nur beim Ausbringen der Substanzen gelangen Pestizide in den Körper, sondern vor allem durch die Nahrungsaufnahme. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder. Die Häufigkeit von Kinderleukämie, verzögerte kognitive Entwicklung und ADHS beispielsweise werden im Zusammenhang mit Pestiziden als Folgeschäden untersucht, bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer und zahlreichen Krebsarten wird ein erhöhtes Risiko gesehen.

Immer mehr Menschen machen sich deshalb Sorgen um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder und um den Erhalt ihrer Umwelt. Experten sind sich einig, dass der Königsweg nur eine nachhaltige Landwirtschaft sein kann. Sicher ist dies eine Aufgabe der Bundesregierung und der EU. Aber auch regionales Handeln ist erforderlich und machbar! Das Erftstädter Bündnis ist sich darüber im Klaren, dass der Ausstieg aus der Pestizidanwendung nur Schritt für Schritt möglich ist. Erftstadt weist aber als Flächengemeinde mit seinen großen landwirtschaftlichen Flächen und privaten Grundstücken großes Potential für einen Umbau auf.

Alleine steht das Bündnis damit nicht. Immer mehr Kommunen erklären sich bereit, auf ihren eigenen Grün- und Ackerflächen keine Gifte mehr auszubringen. Bis Ende 2018 waren es bereits 460 Städte und Gemeinden, die vollständig oder weitgehend auf den Einsatz von Pestiziden verzichten – Tendenz steigend. Eine Entwicklung, die Mut macht, finden die Mitglieder des Bündnisses und starten nun eine Kampagne mit dem Ziel: Unsere Stadt soll – auf längere Sicht - ohne giftige Chemikalien in den Böden auskommen.

Im ersten Schritt ist eine Unterschriftenaktion geplant für eine biologische Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen im städtischen Eigentum. Darüber hinaus können sich private Haushalte selbst verpflichten, auf Pestizide in ihren Gärten zu verzichten. Begleitend zur Kampagne wird es Informationsveranstaltungen mit Fachleuten geben, die über die Auswirkungen von Pestiziden aufklären und konkrete Beispiele über Alternativen aufweisen. In Workshops werden Tipps gegeben, wie ein giftfreies und dennoch wenig aufwändiges Gärtnern machbar ist.

Das VHS-Kino im Musik- und Kulturhaus zeigt regelmäßig Filme zu Umweltthemen. Am 25. Februar um 20.00 Uhr läuft „Das Wunder von Mals“, ein Film über das Dorf in Südtirol, das sich erfolgreich für ein Pestizidverbot auf dem Gemeindegebiet eingesetzt hat. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, im Café über den Film und über die Ideen für Erftstadt zu plaudern.

Eine erste öffentliche Info-Veranstaltung findet statt zum Thema: „Pestizide versus Ökologie und Umwelt“
Referentin: Frau Prof. Dr. Anna von Mikecz (Universität Düsseldorf)

Am:    28.03.2019
Um:    19:00 Uhr
In:    VHS-Haus der Erwachsenenbildung am Marienplatz

Wer Lust hat, im Bündnis mitzuarbeiten oder sich einfach nur informieren will, ist herzlich eingeladen. Kontakt: Ulrich Eckhoff,
E-Mail: ulrich.eckhoff@web.de

Erftstädter Bündnis für eine pestizidfreie Stadt gegründet

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